Wie alles so mit dem Theater begann und endete !
Irgendwann im Dezember las ich in der OTZ – Hundecasting am Theater in Erfurt.
Na ja, dachte ich und legte den Artikel beiseite, denn Bewerbungsschluss ist ja erst
der 11.Januar 2008, für Karin ja noch ewig lange Zeit. Doch plötzlich dann am 11.
Januar der schreckliche Gedanke, oh es ist ja Bewerbungsschluss. Also schnell
noch an den Computer, zwei Bilder rausgesucht, ganz fix per E-Mail geschickt,
doch noch den Bewerbungsschluss eingehalten.
Schon nach ein paar Tagen kam ein Anruf vom Theater und wir wurden für den 22.
Januar nach Erfurt ans Theater eingeladen. Für mich stellte sich dann die Frage, wie
Kommen wir zwei nun ohne Auto nach Erfurt, also blieb uns nur die Bahn.
Zugfahren ist ein völlig neues Gefühl, als erstes, wie komme ich am Automaten an
meine Fahrkarte. Freudig ! Klappt doch ganz gut, ich kann sogar ganz super billig für
6,--EUR mit dem Hopperticket hin- und zurückfahren, das ist mit dem Auto nicht
zu schaffen. Ja, aber für einen Hund gibt es kein Hopperticket, für den muss man
dann schon den vollen Kinderpreis für Hin und Zurück zahlen. Es sei denn, er passt
in eine Tasche rein, dann zählt er als Gepäckstück und ich kann ihn sogar kostenlos
mitnehmen.
Kosten müssen gespart werden, egal wie, unser Lumpi muss nun in die Tasche.
Zum Erstaunen des Bahnpersonals klappte die Sache sehr gut und Lumpi sowie die
netten Schaffner fanden die Sache mit der Tasche ganz toll und wir zahlten so
keinen Cent dazu.
Am Theater angekommen, machten sich alle Hunde miteinander bekannt, welches
auch mit den anderen Rassen sehr gut gelang. Denn leider musste das Theater auf
andere Rassen zurückgreifen, weil Pudel Mangelware waren. Für die Hauptrolle ent-
schied sich der Regisseur erst für Lumpi, aber dann kam noch die ältere Pudeldame
Sissi ins Spiel, für die sich dann der Regisseur wegen ihrer Trägheit für die doch sehr
ruhige Rolle umstimmen ließ.
Lumpi zeigte sich dann auch so richtig von seiner besten Seite und hob bei
Unachtsamkeit des Sissifrauchen ein Bein an deren Handtasche. Mir war das sehr
peinlich, das Frauchen merkte nichts und viele von den anwesenden Statisten amü-
sierten sich sehr darüber.
Und dann stand in der regionalen Presse des Erfurter-Umfeldes geschrieben: „Der
über den Regisseur-Entscheid verstimmte Zwergpudel Lumpi ließ sich nicht lumpen
und verursachte an der Handtasche von Sissis Frauchen ein kleines Malheur“.
Es waren zwei Maßschneiderinnen da, die nahmen von jedem Hund ob groß oder
klein genau Maß, Bauch, Rücken, Kopf usw. Schon eine Woche später war Probe,
und eine Woche danach gleich Anprobe und von da an wurde nur noch mit Kostüm
geprobt. Die Hunde gewöhnten sich sehr rasch an ihre tolle Kleidung und auch an
den Gang auf die Bühne.
Aber auch die Hundebesitzer mussten Mäntel und Schuhe im 60er Jahre Stil tragen.

Es war richtig Stress jede Woche für eine nur kurze Probe nach Erfurt zu fahren,
aber es machte auch richtig Spaß an der Freude, denn es gab dann nur 15,00 EUR
pro Auftritt, das reichte dann gerade mal so für die Fahrtkosten.
Man bekam sehr super Einblicke hinter die Kulissen des Theaters, die Bühnen-
Technik ist einfach Wahnsinn, was da so alles möglich ist. Schon wegen dieser
vielen Einblicke lohnte sich der Stress Erfurt. Aufgeführt wurde die Operette „Die
Rosenkönigin“, eine deutsche Erstaufführung, welche aus dem Italienischen ins
Deutsche übersetzt wurde.
Unser Auftritt war im 1.Akt, es ist eine Szene über den „Abschied vom Hündchen“,
und da haben alle Vierbeiner nacheinander ihren Auftritt. Wenn alle Hunde denn
gemeinsam mit ihren Begleitern auf der Bühne in einer Reihe angekommen sind,
wird sich dann noch verbeugt und es wird nach und nach wieder die Bühne verlassen.
Leider kam es auch vor, dass eine Pudeldame ihre Hitze hatte, für Lumpi natürlich
sehr interessant. Er äußerte es, indem er mal rückwärts über die Bühne lief, aber
auch verliebt bellte. Dieses wurde aber zum Glück vom Regisseur und den
Zuschauern sehr wohlwollend angenommen.
Zu diesem Stück hielten sich auch immer Blumenmädchen auf der Bühne auf. Diese
trugen eine große genähte Brosche, welche doch in der Mitte vom VDP-Emblem
geziert wurde. Da ich es aber ganz genau wissen wollte, mühte ich mich natürlich
sehr, um an so ein Teil ranzukommen, was mir natürlich dann auch gelang.
Am 07.Juni gab es dann noch eine letzte Zusatzvorstellung, danach konnten wir
dann auf meinem Wunsch hin die maßgeschneiderten Kostüme eines jeden Hundes
für den Preis von 10,00 EUR käuflich erwerben.

Herzliche Grüße von Lumpi
sowie Karin Schorner